"Ein neues Werkzeug wird uns Konstruktion, digitale Fertigung und Handwerk als integralen
Bestandteil der Architekturprofession verstehen lassen. Wir werden eine neue Fehlerkultur
entwickeln, bei der der Roboter ein Kollaborateur der Selbstermächtigung und des Schei-
terns ist, damit notwendig neue Ideen entstehen können.
„Neuentwicklungen entstehen nicht ohne Fehler.“"
Markus Hudert, Sven Pfeiffer; Vorwort: Klaus Zwerger, Rethinking Wood, 2019 Birkhäuser Verlag GmbH, Basel
Robotic Timber Studio
freie Arbeiten
Wintersemester 2025/26
Wissenschaftliche Mitarbeit: Pia Brückner, Jonathan Heck
Student assistant: Julian Wandschneider
Lehrauftrag Robotik: Robin Godwyll
Im Robotic Timber Studio untersuchen wir den Einsatz digitaler Planungs- und Fertigungsmethoden im Holzbau und deren Potenzial für nachhaltige Konzepte und neue architektonische Ausdrucksformen. Im Zusammenspiel von Robotik, digitalem Entwurf und Handwerk wird Holz in seiner Eigenlogik gelesen, erfasst und weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf der praxisnahen Arbeit mit dem Roboter und dem konstruktiven Experiment. In einem forschenden Prozess werden Ideen und Konzepte in reale konstruktive Projekte überführt. Dabei stellt sich die Frage, wie digitale Werkzeuge das Handwerk verändern, welches Wissen dafür notwendig ist und inwiefern Architektinnen zu digitalen Handwerkerinnen werden können. So entsteht ein kontinuierlicher Prozess zwischen Material, Werkzeug und Raum, in dem Bestehendes neu geordnet und in gebaute Strukturen überführt wird
Die Gartenhütte, Kai Giesemann
Die Gartenhütte testet die Form eines hyperbolischen Paraboloids. Was wäre, wenn sich Geometrie und gewachsene Rundhölzer zu einem Raum verbinden, der zum Verweilen einlädt? Ein digitaler Prozess richtet die Hölzer aus, dreht sie und bereitet sie für den Zuschnitt vor. So entsteht eine Konstruktion, in der Form und Material unmittelbar zusammenspielen.
Structural Anomalies, John Rüstemeier, Dieter Beckert
Das ehemalige Oberlandesgericht am Bankplatz soll aufgestockt werden. Was wäre wenn wir mit dem Altholz des bestehenden Dachstuhls aufstocken? Das Dach wir zum öffentlichen Raum mit Platz für Veranstaltungen. Der Entwurf kann im Grunde als ein Umsortieren der Bestandshölzer verstanden werden. Um effizient Bestandsbauteile ihrer neuen Funktion im Entwurf zuzuordnen, hilft uns ein Grasshopper-Script. Ein roboterunterstützt hergestelltes 1:1 Mockup zeigt die Symbiose aus Altholz und neuem Holz.
Aus Ast und Stamm, Julian Wandschneider
Das Projekt versteht Architektur als Fortsetzung des Waldes. Was wäre, wenn wir nicht standardisieren, sondern gewachsene Formen bauen lassen? Astgabeln werden zu Knoten, Krümmungen zu Tragwerk. In Farchau dient der Wald als Ausgangspunkt. Ein digitaler Prozess erfasst die Geometrien und ordnet sie neu. So entsteht eine Konstruktion, die aus dem Material gedacht ist – und regionale Wertschöpfung integriert.